Mach’s fertig!

Irgendwo glaube ich gelesen zu haben, dass unser Unterbewusstsein sich alles merken würde. Alles, was man sich je vorgenommen hat, zu tun, zum Beispiel. Damals schon dachte ich, dass mein Unterbewusstsein wohl irgendwo einen Server gemietet haben sollte, um all meine Vorhaben, die mir so den ganzen Tag durch den Kopf schießen, notieren zu können. Und dann im Zuge meines regelmäßigen „Ausmistanfalls“ fragte ich mich, ob ich da nicht auch mal aufräumen könnte.

Eines der Dinge, die mir einfielen, während ich meine Wohnung (die mache ich immer vor meinen Kopf sauber) aufräumte, ist, dass es nicht nur zählt, dass man eine bestimmte Tätigkeit oder Aufgabe erledigt, sondern dass es genauso wichtig ist, dass man diese auch wirklich abschließt. Ich nenne mal ein einfaches Beispiel: Einkaufen. Einkaufen müssen alle, ob man es gerne tut oder nicht. Und wir gehen mal sogar davon aus, dass bereits einkauft wurde und man ist mit vielen leckeren oder schönen (oder beides) Sachen wieder nach Hause gekommen. Eigentlich hat man es gut gemacht, oder? Denkste! Eigentlich ist man noch mitten drin! Mal abgesehen davon, dass man das Auto ausladen muss und die Ganzen Sachen in die Wohnung schaffen, muss man sie alle auch noch auf ihren Platz einräumen. Und schon da zeigen sich ggf. die ersten Schwächen. Man kauft nämlich ab und zu mal was, was noch keinen Platz hat. Und dann stellt man z.B. ein neues Gewürz erstmal auf der Arbeitsfläche ab. Dann ist man mit Einräumen fertig. Dann hat man nun wirklich alles erledigt, oder? Hmmm… Die Einkäufe waren wohl in einem Einkaufskorb oder? Und was passierte damit? Der steht jetzt zusammengeklappt in der Ecke? Oder (wie bei mir) im Flur, wo man ihn ab da an mehrmals am Tag sieht (wenn man Glück hat) oder sich den kleinen Zeh daran anstößt (wenn man weniger Glück und keine Hausschuhe hat).

Also haben wir am Schluss: einen erfolgreichen Einkauf, ein Gewürz auf der Arbeitsfläche und einen Einkaufkorb im Flur. Und genau das ist der Punkt, wo ich mir denke: „MACH’S FERTIG!“ – denn dann hat man mehr davon! Für das Gewürz suche ich gleich einen Platz aus bei den anderen Gewürzen. Den Einkaufskorb wische ich schnell mit einem feuchten Tuch aus und trage ihn wieder ins Auto, denn zum Einen bin ich ja noch „öffentlichkeitstauglich“ angezogen, und zum Anderen kann ich ihn so nicht schön im Flur liegen lassen, wenn ich das nächste Mal einkaufen bin. Und somit ist es dann vollbracht. Mein Zuhause ist weiterhin ordentlich. Und mein Kopf braucht „Den Einkaufkorb mitnehmen, Gewürz aufräumen, keine Zehen im Flur brechen“ nirgends zu speichern.

Man glaubt gar nicht, wie viel leichter man dann lebt! Ich meine, wenn man nach Möglichkeit ALLE Sachen gleich zu Ende macht. Alle Kleidung nach dem Bügeln gleich aufräumt und das Bügelbrett und das Bügeleisen auch auf ihren Platz bringt. Wenn man eine Rechnung bekommt, sie zahlt und gleich abheftet (und nicht zu dem Stapel mit anderen bezahlten Rechnungen legt). Diese ganzen Kleinigkeiten, die man „dann fertig macht“ erzeugen meiner Meinung nach fast so ein Rauschen im Hintergrund, das einen daran hindert, über andere (schönere) Sachen nachzudenken oder sich auf was anderes zu konzentrieren. Oder zwingen einen früher oder später dazu, sich nochmal mit etwas unangenehmen auseinander setzen zu müssen – bei mir sind es meist irgendwelche Briefe, die ich dann doch noch zuordnen (also lesen) und abheften muss.

Daher „Mach’s fertig!“ und genieße dann das Gefühl, auch heute das Leben ein bisschen mehr im Griff zu haben.

gez. Mary